Abmahnung Streaming U+C Rechtsanwälte

Posted by admin on Mai 15, 2014
Allgemein

Die Anwaltskanzlei U+C hat vor Kurzem reichliche Abmahnungen an etwa vielmehr als zehntausend User verschickt, welche sich auf der Website RedTube Filme angeschaut haben. Ihr Kunde ist die schweizerische The Archive AG.
RedTube ist ein Streamingportal, auf dem online Videos aufgerufen und angeguckt werden können. Die Beschuldigung, die das Anwaltsbüro U+C in den Abmahnschreiben erhebt, betrifft das kurzzeitige Speichern der angeguckten Videos auf dem PC. Die Nutzer sollen hiermit gegen das Urheberrecht verstoßen haben. Und hier herrscht Unbestimmtheit darüber, ob die Abmahnschreiben gerechtfertigt sind, weil: Sobald jemand ein Musikstück, eine Grafik oder ein Video aus dem Internet herunterlädt und auf dem eigenen Computer abspeichert, verstößt er gegen fremdes Copyright. Bei dem Streaming, sowie es bei RedTube der Umstand ist, werden die Files allerdings nicht gedownloadeet. Während der Film oder das Video, das sich der Nutzer anschaut, läuft, werden Teile davon im Cachespeicher, dem sogenannten Pufferspeicher eines Rechners, abgespeichert. Jene Files sind aber nicht dauerhaft zugänglich, sondern werden nach dem Anschauen gleich wieder überspeichert. Wenngleich es sich beim Streamen um eine rechtliche Übergangszone dreht und es bis jetzt noch kein juristisches Urteil gibt, werfen die Juristen von U+C vielen Benutzer von RedTube Copyrightverletzung vor.
Doch nicht allein angesichts der womöglich inkorrekten Anschuldigung warnen eine Menge Juristen davor, die von U + C versendeten Abmahnungen mit einer Forderung von 250 Euro einfach so anzunehmen. Kritik liegt in der Identifizierung der Seitenbesucher. Auf RedTube muss sich kein Mensch einloggen oder seine Personendaten zur Schau stellen. Eine Identifizierung ist aufgrund dessen bloß über die IP-Adresse der User möglich. Die Kontaktadressen, welche sich hinter den IP-Adressen verstecken, hat die Anwaltskanzlei
Urmann und Collegen von dem Telefonanbieter Telekom bekommen. Und exakt da setzt die Kritik unterschiedlicher Rechtsanwälte ein: Damit ein Internetanbieter die IP-Adressen vermelden darf, ist ein juristischer Beschluss nötig. Diesen haben sich die Anwälte mit dem Grund der Urheberrechtsverletzung besorgt. Weil es aber für Streaming noch keine Rechtsgrundlage gibt und es sich um eine Grauzone handelt, kann auch keine Urheberrechtsverletzung bestehen.
In dem richterlichen Beschluss, mit dem Urmann und Collegen die Herausgabe der IP-Adressen bewirkt hat, heißt es: „Durch das unerlaubte publike Zugänglichmachen des beschützten Werkes über eine sog. Tauschbörse liegt ein Rechtsbruch des §19 des Urheberrechtsgesetzes vor“. Weil RedTube aber keine Tauschbörse und stattdessen ein Streamingportal ist, bei welchem die Filme nicht gedownloadet sondern lediglich online angeguckt werden, sind die Richter von falschen Fakten ausgegangen. Dessen ungeachtet darf die Die Kanzlei U+C die Informationen nutzen – was sie im Umstand der Abmahnschreiben auch getan hat.
250 Euro sollen die Betroffenen nun bezahlen. Der Schadensersatz macht in diesem Fall aber den unbedeutendsten Abschnitt aus, nämlich 15,50 Euro. Der Rest fließt in die Geldkasse von U+C: 65 € sind Ermittlungsaufwand und 169,50 Euro für die Anwaltskanzlei. Das ist viel zu viel, höchstens 150 € dürfen bei dem geringen Streitwert in Rechnung gestellt werden.
Wer ein Abmahnschreiben von Urmann und Collegen erlangen hat, darf diese aber nicht direkt übersehen und wegschmeißen. Massenabmahnschreiben dienen vor allem der Einschüchterung und zumeist sind sie deswegen siegreich: Jede Menge Menschen zahlen vielmehr, bevor sie weiteren Ärger befürchten müssen. Dabei sollte die Forderung aber nicht sofort bezahlt, und stattdessen lieber ein Anwalt gesucht werden. Dieser kennt sich mit der Angelegenheit am besten aus und kann entsprechende Abwehrmaßnahmen einleiten.

http://www.kanzlei-wrase.de/gegnerliste/abmahnung-u-c-rechtsanwaelte/

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